
Quellmörtel sind besondere Baustoffe und erfüllen vielfältige Aufgaben ob im klassischen Hochbau, bei Standardanwendungen oder für höchste technische Anforderungen im Ingenieur- und Industriebau. Obwohl ähnlich im Aufbau, unterscheiden sich die jeweiligen Mörtel in ihrer Zusammensetzung und Rezeptur um die gestellten Anforderungen zu erfüllen.
Quellmörtel und Quellvergussmörtel werden aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften für verschiedenen Bau- und Reparaturarbeiten eingesetzt. Quellmörtel, auch als quellender Spezialmörtel bekannt, zeichnet sich durch spezifische Eigenschaften sowie Konsistenzen aus, die ihn von anderen Mörtelarten unterscheiden. Nach der Verarbeitung quilt er auf und besitzt eine hohe Früh- und Endfestigkeit. Im Vergleich zu konventionellem Mörtel verfügen Quellmörtel über weitere Vorteile, wie ein minimalstes Schwindverhalten, Wasserdichtigkeit und hohe Haftfestigkeit.
Quellmörtel und Quellvergussmörtel sind in der Regel auf mineralischer Basis aufgebaut. Sie bestehen hauptsächlich aus:
Im Gegensatz dazu gibt es auch Kunstharzmörtel, die auf Epoxidharzen oder Polyurethan basieren. Diese werden jedoch in anderen Anwendungsbereichen eingesetzt, wo es besonders auf chemische Beständigkeit oder Flexibilität ankommt.
Die Eigenschaften von Quellmörtel und Quellvergussmörtel:
Abhängig vom Hersteller und dem Anwendungszweck erfüllen diese Mörtel unterschiedliche Eigenschaften die zu beachten sind. Haben Quellmörtel aus Standardsortimenten zum Beispiel eine Druckfestigkeit von 70 - 80 N/mm2, können Hochleistungsmörtel bis zu 100 N/mm2 absorbieren. Auch vom Schwindverhalten sind diese Spezialmörtel noch geringer als herkömmliche Quellmörtel. Je hochqualitativer der Mörtel ist, macht sich das auch im Preis bemerkbar.

Quellmörtel mit Zuschlag für hohe Festigkeit

Vergussmörtel auf Kunstharzbasis

Vergussmörtel zum hohlraumfreien Untergießen von Konstruktionen
Quellmörtel, Quellbeton, Quellvergussmörtel und Unterstopfmörtel erfüllen spezifische Anwendungen und Eigenschaften. Die Unterschiede bestehen meist in Form ihrer Zuschlagstoffe sowie der Viskosität der Mischung.
Quellmörtel und Quellbeton unterscheiden sich maßgeblich durch die Größe des Gesteinzuschlags und sind meist von plastischer Konstistenz. Der Mörtel, enthält Sand mit ein Korngröße bis 4 Millimetern, der Beton hat Zuschläge bis maximal 32 Millimeter. Durch die Korngröße erhöht sich die Belastungsfähigkeit und Druckfestigkeit des Betons.
Quellvergussmörtel haben im Vergleich eine fließfähige Konstistenz und eignen sich zum Verfüllen von Hohlräumen zwischen Bauteilen, wie das Untergießen von Stahlschienen, Kanalschächten oder Maschinenfundamenten. Der Vergussmörtel sorgt für eine feste und dauerhafte Verbindung. Im Ingenieurbau werden Hochleistungsvergußmörtel beispielsweise für Windkraftanlagen oder Brückenkonstruktionen eingesetzt, damit höchste Standfestigkeiten erreicht werden.
Unterstopfmörtel dient zum kraftschlüssigen Verfüllen von Fugen oder Hohlräumen zwischen Bauteilen, etwa bei der Montage von Fertigteilen, Maschinenfundamenten, Stahlstützen oder Sanierung von Ausbrücken in Beton. In der Verarbeitung ist darauf zu achten, dass der Mörtel entsprechend manuell verdichtet wird um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Unterstopfmörtel sind schrumpfarm und schnell erhärtend.
Ein Anwendungsgebiet ist die Verankerung von Maschinen, Beton- und Stahlkonstruktionen. Quellmörtel füllt Hohlräume und Fugen perfekt aus und sorgt für eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Beton und Stahl.
Auch im Tief- und Brückenbau, sowie Sanierung von Bauwerken spielt Quellmörtel eine wichtige Rolle. Er hilft, Risse oder Öffnungen zu verschließen und die Struktur zu stärken. Außerdem wird er oft zur Verfüllung von Bohrlöchern und Hohlräumen genutzt, insbesondere im Tunnelbau.
Im Bereich des Ingenieur- und Industriebaus finden diese Mörtelsysteme verbreitet Anwendung um komplexe Stahl- und Betonkonstruktionen sicher und dauerhaft zu verbinden.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Befestigung von Geländern, Pfosten und Treppen sowie für Ankerbolzen, Dübeln oder Bewehrungsstäben.
Die verwendeten Mörtelsysteme sind alles Werktrockenmörtel, die sackweise abgepackt geliefert werden. Das heißt die Mischungen sind fertig rezeptiert, es muss nur noch die vorgeschriebene Menge Wasser dazu dosiert werden.
Je nach benötigter Menge werden diese Mörtel in einem Zwangsmischer oder mindestens mit einem ausreichend dimensionierten Handrührgerät, bestenfalls mit zwei Rührstäben, angemischt. Nutzen Sie dazu einen gut dimensionierten sauberen Mischeimer.
Ob in der Maschine oder mit einem handgeführten Mischer gemischt, der entscheidende Faktor ist die richtige Menge Wasser. Verwenden Sie dazu ein Wasserdosiergerät oder einen passenden Messeimer. Legen Sie ca. 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge in den Behälter vor und geben Sie anschließend das Trockenmaterial dazu.
Starten Sie den Mischvorgang und achten Sie auf eine durchgehende und vollständige Benetzung des Trockenstoffs. Dann geben Sie die restliche Wassermenge der Mischung zu und mischen weiter bis eine homogene, knollenfreie Masse entstanden ist. Je nach Hersteller und Mörtelrezeptur verhält sich das Material thixotrop, das heißt solange es in Bewegung gehalten wird, ist es relativ fließend, steht es einen kurzen Moment wird es plastisch kompakt.
Beachten Sie unbedingt die Angaben des Herstellers auf dem technischen Datenblatt. So stellen Sie sicher, dass der Quellmörtel seine volle Wirkung entfalten kann. Denken Sie daran, dass die Verarbeitungszeit begrenzt ist, also mischen Sie nur so viel, wie Sie in der angegebenen Zeit verarbeiten können.

Planeten-Zwangsmischer für automatisches Mischen

Doppel-Rührwerk für gründliches Homogenisieren im manuellem Betrieb
Quellmörtel unterscheidet sich von herkömmlichen Mörteln hauptsächlich durch seine Fähigkeit, Volumenveränderungen auszugleichen. Während herkömmliche Mörtel oft zu Schrumpfungen neigen, expandiert Quellmörtel leicht, was Spannungsrisse minimiert. Das macht ihn ideal für Anwendungen, bei denen eine exakte Anpassung und Stabilität entscheidend sind, wie zum Beispiel bei der Verankerung von Maschinen oder Stahlkonstruktionen.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Zusammensetzung: Quellmörtel enthält spezielle Zusatzstoffe, die das Quellen ermöglichen. Dadurch erzielt man eine höhere Dichte und Festigkeit. Herkömmlicher Mörtel hingegen ist für allgemeine Bauzwecke konzipiert und erfüllt nicht die gleiche spezielle Funktionalität.
Die Verarbeitung von Quellmörtel erfordert zudem fachtechnisches Wissen, da das Mischen und das Auftragen präziser erfolgen müssen, um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen.
Wie bei anderen Mörtelsystemen auch, spielt die richtige Wassermenge die entscheidende Rolle. Zu viel oder zu wenig Wasser beeinträchtigen die Festigkeit und Dauerhaftigkeit. Falls Sie nicht den Inhalt eines kompletten Sacks an Material anmischen, achten Sie unbedingt darauf die Wassermenge anteilmäßig entsprechend anzupassen. Zum Anmischen kaltes, sauberes Wasser verwenden.
Verarbeiten Sie den Mörtel nach dem Anmischen zügig, da dieser relativ schnell beginnt anzuziehen. Bereits angesteifter Mörtel darf nicht mehr mit Wasser gestreckt und verarbeitet werden.
Unzureichend ausgehärteter Mörtel kann Risse entwickeln, welche die Struktur schwächen und zu weiteren Schäden führen kann.
Eine schlechte Haftung am Untergrund kann zum Ablösen des Mörtels führen. Achten Sie bei der Verarbeitung ebenfalls auf eine optimale Verdichtung des Mörtels um Hohlräume oder Lufteinschlüsse zu vermeiden.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit oder falsche Temperaturen bei der Verarbeitung kann die Kristallisation des Mörtels negativ beeinflussen. Das führt wiederum zur Beeinträchtigung der physikalischen Eigenschaften des Mörtels.