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Gips ist ein natürlich vorkommendes Mineral, bestehend aus Calciumsulfat und gebundenem Kristallwasser. Auf dem Bau kommen zahlreiche gipshaltige Baustoffe zum Einsatz, die sich in Zusammensetzung, Verarbeitung und Anwendung unterscheiden. Gipshaltige Baustoffe werden am Bau vielfältig eingesetzt, vor allem im Innenausbau. Seine Beliebheit als Baustoff basiert in seiner schnellen Aushärtung, der glatten Oberfläche und seiner guten Formbarkeit. Gips ist feuchtigkeitsregulierend, sorgt dadurch für ein gutes Raumklima und ist nicht brennbar.
Auf Grund seiner hygroskopischen (wasserziehende) Eigenschaft sollten gipshaltige Materialien nicht in Feuchträumen wie Bädern oder Duschen verarbeitet werden. Bei Durchfeuchtung kann die Tragfähigkeit des Material leiden und es besteht die Gefahr der Schimmelbildung.
Typische Einsatzbereiche von gipshaltigen Materialien:
| Einsatzbereich | Verwendete Produkte | Beispiel |
|---|---|---|
| Innenputz | Gipsputz | Wand- und Deckenflächen |
| Trockenbau | Gipskartonplatten | Trennwände, Deckenabhängungen |
| Fussbodenaufbau | Calciumsulfatestrich | Untergrund für Bodenbeläge |
| Struck- und Formteile | Modell- / Stuckgips | Zierleisten, Profilleisten, Dekorelemente |
| Reparatur und Ausbesserung | Spachtel-/Reparaturgips | Schlitze, Löcher, Risse, Ausbrüche |
| Montagearbeiten | Gipskleber | Verkleben von Platten oder Formteilen |
Das Anrühren von Gips scheint auf den ersten Blick kein großes Thema zu sein, doch wer perfekte Ergebnisse erzielen möchte, sollte ein paar grundlegende Techniken beachten. Egal, ob Sie Gips für Verputz- oder Renovierungsarbeiten, künstlerische Projekte, Fussbodenbau oder simple Reparaturen verwenden, je nach Einsatzzweck, der benötigten Materialmenge oder der Verarbeitungszeit kommt dem Mischen eine hohe Bedeutung zu.
Diese Information soll Ihnen aufzeigen, welche gipsbasierenden Baustoffe zum Einsatz kommen und mit welcher Technik Sie diese optmal aufbereiten, damit am Ende ein optisch einwandfreies und dauerhaftes Resultat steht.

Anhydritestrich auf Gipsbasis für einen planebenen Bodenaufbau

Spachtelgips, cremig und gut streichbar

Maschinenputz für ein behagliches Innenraumklima
Das richtige Mischungsverhältnis zwischen Pulver und Wasser ist ein entscheidender Faktor, um die gewünschte Festigkeit und Verarbeitbarkeit Ihres Gipses zu gewährleisten. Ein ausgewogenes Mischverhältnis sorgt dafür, dass der Gips eine feste Struktur ohne übermäßige Porosität erhält.
Je nach Art des Gipses, den Sie verwenden, können die empfohlenen Mischverhältnisse variieren. In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche Arten von gipsgebundenen Materialien es gibt und auf was Sie achten sollten. Je nach Gipsart beginnt das Erhärten zwischen 5 und 90 Minuten nach Verarbeitungsbeginn. Vergewissern Sie sich deshalb vor Beginn der Arbeiten, welche Menge Sie passenderweise anrühren und in der verbleibenden Zeit verarbeiten können.
Dieser Gips wird mithilfe von Putzmaschinen auf Wände oder Decken aufgetragen. Er ist speziell formuliert, um maschinelle Anforderungen zu erfüllen und gleichmäßig an der Oberfläche zu haften. Anders als Stuckgips bleibt dieser länger offen und dadurch auch länger verarbeitbar. Durch die maschinelle Verarbeitung wird die Wasserzugabe oft direkt an der Maschine eingestellt. Es ist wichtig, die Maschinenanleitung und die Angaben des Materialherstellers zu beachten, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Anhydritgips wird für Calciumsulfatestriche verwendet. Er ist bekannt für seine hohe Maßhaltigkeit, geringe Schwindneigung und seine hervorragenden Fließeigenschaften. Darüberhinaus verfügt er über eine gute Wärmeleitfähigkeit (ideal für Fussbodenheizungen), ist spannungsarm und erreicht eine schnelle Belegreife.
Das Mischverhältnis für Anhydritgips kann von Hersteller zu Hersteller variieren, liegt jedoch generell in einem Bereich, der es dem Material ermöglicht, selbstnivellierend zu sein. Exakte Angaben sollten immer den Herstellerinformationen entnommen werden.
Schnellgips, auch Reparatur- oder Schnellmontagegips genannt, wird für kleine Reparaturen und Montagen genutzt, bei denen die Aushärtung nach kurzer Zeit erforderlich ist. Reparaturgips ist sehr feinkörnig und nach dem Aushärten gut zu schleifen.
Mischverhältnis: Das Verhältnis liegt hier oft bei etwa 1,5 Teilen Gips zu 1 Teil Wasser (1,5 : 1). Diese Mischung ergibt eine schnell abbindende und tragfähige Masse, die sich bestens für punktuelle Arbeiten wie das Setzen und Fixieren von Elektro- oder Sanitärinstallationen oder dem Verschließen von Rissen und Löchern eignet. Achten Sie darauf, den Gips zügig zu verarbeiten, da er eine sehr kurze Verarbeitungszeit hat.
Ist schnell härtend und wird für Stuckornamente als Wand-, Decken- und Fassadenstuck verwendet. Er ist sehr feinkörnig und verfügt über eine hohe Maßhaltigkeit und Formentreue.
Gipskleber ist speziell für das Verkleben von Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten oder Stuckelementen entwickelt worden. Er zeichnet sich durch eine hohe Anfangshaftung und eine längere Verarbeitungsdauer (Abbindedauer bis 30 Min.) aus. Von der Konsistenz des Materials her ist der Kleber cremig und gut verstreichbar, Mischungsverhältnis meist 2 : 1. Gipskleber lässt sich nicht so gut schleifen wie z.B. Reparaturgips.
Ob Sie nun Räume in einem Neubau mit Gipsputz verputzen oder Gipskartonplatten verspachteln müssen, es handelt sich dabei um verschiedene Gipsmaterialien und vor allem um Unterschiede in der benötigten Materialmenge. Das beeinflusst die Wahl der notwendigen Mischtechnik. Maschinelles Mischen ist grundsätzlich zu empfehlen, um fehlerhaftes Material oder Probleme bei der Applikation zu vermeiden. Sie erhalten dadurch eine homogene Mischung des Materials, vermeiden Lufteinschlüsse und sparen am Ende auch Zeit.
Für große Materialmengen (> 20 Sack) bei Putzen oder Fließestrich entscheidet sich der Fachmann meist schon für eine kontinuierlich arbeitende Putzpumpe, um eine unterbrechungsfreie Versorgung mit fertig gemischtem Material sicherzustellen.
Für kleine und mittlere Mengen finden bei professionellen Verarbeitern elektrische Rührwerke mit dem passenden Rührquirl Verwendung. Der Einsatz des richtiges Quirls ist der entscheidende Faktor für ein gutes Ergebnis. Wer nicht per Hand mischen möchte, kann auch auf einen passenden automatischen Mischer aus der Collomatic-Linie zurückgreifen.
Kleinstmengen (< 1 kg) von Reparaturspachtel werden häufig per Hand vermischt. Hierbei kommt es ebenfalls auf ein gleichmäßiges und zügiges Vermischen von Gips und Wasser an, damit keine Klumpen und Trockenstellen im Material verbleiben. Es bleibt dafür auch noch die Alternative mit einer Bohrmaschine oder Akku-Schrauber miteinem kleinen Rührquirl übrig.
Neben Mischmaschine /Antrieb und dem richtigen Rührstab gibt es noch weitere Arbeitsmittel die von Bedeutung sind:
Mischbehälter
Der Mischbehälter sollte sauber und frei von Resten früherer Mischungen sein. Kunststoff- und Metalleimer sind hier ideal, da sie stabil genug sind, um den Rührvorgang zu unterstützen, und leicht zu reinigen sind. Wählen Sie einen Behälter in der passenden Größe, um ein Verschütten von Materialien zu verhindern.
Wassermenge
Stellen Sie sicher, dass Sie die genaue Wassermenge abmessen (AQiX), um das empfohlene Mischverhältnis für den gewählten Gips zu erreichen. Die Temperatur des Wassers spielt ebenfalls eine Rolle im Anrührprozess. Leicht warmes Wasser eignet sich am besten, da es den Gips gleichmäßig bindet und eine optimale Konsistenz fördert.
Staubabsaugung
Während des Umfüllens des Gipspulvers vom Sack in den Mischeimer entweicht Gipsstaub in die Umgebung. Das kann duch den Einsatz einer mobilen Staubdüse (dust.EX) am Mischeimer in Verbindung mit einem Entstauber unterbunden werden. Die Umgebung wird nicht schmutzig und der Anwender schluckt keinen Staub.
Rührerreinigung
Saubere Werkzeuge erfüllen ihre Funktion dauerhaft und optimal. Anhaftende Materialreste aus der vorhergenden Mischung können in der neuen Mischung als eine Art Katalysator wirken, welcher das Abbinden beschleunigt, das heißt die Verarbeitungszeit verkürzt sich deutlich. Aus diesem Grund sollte der Rührquirl nach jedem Mischvorgang auch gleich wieder gereinigt werden. Das geht am schnellsten und einfachsten mit einem Reinigungseimer. Nach dem Mischen, den Rührer in den Eimer tauchen, die Maschine kurz starten und schon ist das Werkzeug blitzblank.
Persönliche Schutzausrüstung
Sicherheit sollte immer oberste Priorität haben. Da Gips Staub entwickeln kann, der bei Hautkontakt oder beim Einatmen zu Reizungen führt, ist das Tragen von Schutzkleidung und Handschuhen unerlässlich. Eine Schutzbrille kann ebenfalls hilfreich sein, um die Augen vor Staubpartikeln zu schützen. So stellen Sie sicher, dass Sie in einer sicheren Umgebung arbeiten und Risiken vermeiden.



Das Mischungsverhältnis von Gips und Wasser ist vom jeweiligen Produkt und dessen Verwendungszweck abhängig. Beachten Sie deshalb die Angaben des Materialherstellers zur Wasserzugabe im Datenblatt. Je nach Gipsart beginnt das Erhärten zwischen 5 und 90 Minuten nach Verarbeitungsbeginn.
Grundsätzlich füllt man das Wasser als Erstes in einen sauberen Mischeimer. Für das richtige Bemessen der Wassermenge nutzt man am Besten ein Wasserdosiergerät. Müssen mehrere Mischungen erfolgen, stellt man damit sicher immer die gleiche Menge an Wasser in die Mischung zu geben. Für eine bessere Benetzung des Gipspulvers streut man das Pulver langsam über die ganze Eimerfläche verteilt in das Wasser. Vermeiden Sie alles Pulver auf einmal einzufüllen, das begünstigt eine spätere Klumpenbildung in der Mischung.
Wenn Sie mit einem Rührwerk mischen, starten Sie den Mischvorgang behutsam (ca. 400-500 Umdrehungen). Mit dem passenden Rührquirl (KR) benetzten Sie das Pulver vollständig durch und mischen die Masse bis zur gewünschten Konsistenz. Während des Durcharbeitens achten Sie darauf alle Stellen und Ecken im Mischeimer zu erreichen. Halten Sie die Masse frei von Luftblasen, da diese die Elastizität und Festigkeit der endgültigen Gipsmasse beeinträchtigen können. Beachten Sie gleichzeitig die Mischdauer (empf. 1 - 3 Minuten), ein zu langes Durchmischen kann wieder Luft in die Masse ziehen. Durch diese methodische Vorgehensweise stellen Sie sicher, dass der Gips eine homogene und klumpenfreie Konsistenz erreicht, die für die anschließende Verarbeitung optimal geeignet ist.
Gips sumpfen lassen
Das „Sumpfen“ von Gips ist ein Begriff aus der traditionellen Verarbeitung von Gips, insbesondere im Stuckateurhandwerk und bei Modellgipsen. Es bezeichnet das kurze Ruhenlassen des frisch angerührten Gipses, bevor er verarbeitet wird. Sumpfen ist sinnvoll bei feinen, handverarbeiteten Gipsen, insbesondere im Stuck- und Modellbau. Es verbessert die Qualität der Mischung, ist aber bei modernen Schnellgipsen oder maschinellen Anwendungen meist nicht notwendig.
Bei maschinell verarbeiteten Gipsputzen, Fließestrichen oder schnell abbindenden Produkten (z. B. Reparaturgips) ist Sumpfen nicht vorgesehen. Zu langes Sumpfen kann dazu führen, dass der Gips bereits anzieht, bevor er verarbeitet wird.
Ergebnis prüfen
Nachdem Sie den Gips gründlich verrührt haben, prüfen Sie die Konsistenz der Mischung. Abhängig vom Material sollte sie der Beschreibung des Materialherstellers entsprechen.
WICHTIG: Fertig gemischte Gipsmassen dürfen nachträglich nicht mehr mit Wasser gestreckt werden.

Das Anmischen von gipsgebundenen Materialien in einem Freifallmischer ist nicht zu empfehlen – und zwar aus mehreren Gründen, die mit der Empfindlichkeit von Gips und der Funktionsweise des Mischertyps zusammenhängen:
Ungleichmäßige Mischung: Gips ist feinkörnig und neigt zur Klumpenbildung. Die Mischwirkung eines Freifallmischers ist zu gering dafür.
Lufteinschlüsse: durch das Fallen des zu mischenden Materials wird Luft eingeschlossen. Lufteinschlüsse wirken sich negativ auf die Festigkeit des Material aus.
Schnelles Abbinden: duch die lange Mischzeit kann das Material bereits anfangen zu erhärten.
Wasserverteilung: das Wasser wird oft ungleichmäßig verteilt; Gefahr von Trockennestern oder zu flüssigen Bereichen.