
Armierungsputz ist ein spezieller Unterputz, der durch die Einbettung von Armierungsgewebe die Stabilität von Wand- und Deckenoberflächen erhöht. Er dient dazu, Spannungen auszugleichen und Rissbildungen zu vermeiden, insbesondere bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder Mischuntergründen. Dabei wird ein alkalibeständiges Glasfasergewebe in eine spezielle Putzschicht eingebettet, um Spannungen aufzunehmen und gleichmäßig zu verteilen. Armierungsputz ist aus diesem Grund nicht einfach ein anderer Begriff für mineralischen Putz, sondern erfüllt dadurch eine besondere technische Funktion.
Armierungsmörtel und Armierungsputz werden oft im gleichen Kontext verwendet. Der Armierungsmörtel ist dabei eine spezielle Mörtelmischung, meist zementgebunden, mit feinen Sandzuschlägen und oft mit Kunstharzanteilen versetzt zur Haftungsverbesserung. Dieser dient als Grundlage für den Armierungsputz. In seinen Eigenschaften ist der Mörtel meist fester und dichter als der Putz. Während der Armierungsmörtel als Träger für das Armierungsgewebe fungiert, sorgt der Armierungsputz für eine homogene und rissfreie Oberfläche. Der Armierungsmörtel wird zuerst aufgetragen und mit dem Gewebe verstärkt, bevor abschließend der Armierungsputz für eine glatte und belastbare Fläche sorgt. Ein Armierungsputz ist ebenfalls mineralisch aufgebaut, in seiner Körnung aber gröber und auch etwas elastischer um Spannungen besser aufzunehmen.
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Kleber mit KR

Putz mit WK
Die Hauptaufgabe von Armierungsputz liegt in der Aufnahme von Zugspannungen, die durch Verformungen des Putzgrundes, Schwindverhalten oder Temperaturschwankungen entstehen. Das Armierungsgewebe im Putz sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung und verhindert Rissbildung. Besonders in Bereichen mit stark beanspruchten Fassaden oder wechselnden Untergründen ist der Einsatz von Armierungsputz essenziell.
Armierungsputz ist insbesondere in folgenden Situationen erforderlich:
Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein. Lose Teile sind zu entfernen, und bei stark saugenden Untergründen sollte eine geeignete Grundierung aufgetragen werden. Die Wahl der Grundierung hängt vom Untergrund ab: Bei stark saugenden Flächen ist eine Tiefengrundierung empfehlenswert, bei glatten Flächen eine Haftgrundierung. Im Anschluß daran wird die ersten Putzschicht, der sogenannte Grundputz oder Unterputz aufgetragen. Das ist häufig ein Kalk-Zementputz oder in Innenräumen auch ein Gipsputz, um Unebenheiten auszugleichen oder als Trägerschicht für weitere Putzlagen.
1. Armierungsmörtel auftragen: Auf den Grundputz wird der Armierungsmörtel mit einer Glättkelle oder Zahntraufel in einer Schichtstärke von etwa 3 bis 5 mm aufgetragen.
2. Gewebe einbetten: Das Armierungsgewebe wird faltenfrei in den noch frischen Armierungsmörtel eingelegt und mit einer Glättkelle angedrückt. Die Bahnen sollten dabei etwa 10 cm überlappen.
3. Weitere Schicht Armierungsmörtel: Eine zweite dünne Schicht Armierungsmörtel wird aufgetragen, um das Gewebe vollständig einzubetten.
4. Armierungsputz aufbringen: Nach dem vollständigen Austrocknen des Armierungsmörtels kann der Armierungsputz als abschließende Schicht aufgetragen werden. Er sorgt für eine gleichmäßige, belastbare und rissfreie Oberfläche.
Nach einer Trocknungszeit von 24 bis 48 Stunden kann der Oberputz oder eine andere Endbeschichtung aufgebracht werden.
Armierungsputz ist nicht wasserundurchlässig, bietet jedoch eine gewisse Feuchtigkeitsresistenz. Ein zusätzlicher Oberputz oder eine geeignete Beschichtung wird empfohlen, um optimalen Schutz zu gewährleisten.
Ja, nach vollständiger Aushärtung kann Armierungsputz mit einer geeigneten Farbe gestrichen werden. Es ist jedoch wichtig, dass die Farbe atmungsaktiv bleibt, um Feuchtigkeitsprobleme zu vermeiden.
Armierungsmörtel ist grundsätzlich als Unterputz konzipiert und sollte nicht direkt als Oberputz genutzt werden. Dennoch gibt es spezielle Produkte, die als Endbeschichtung verwendet werden können. In den meisten Fällen wird jedoch ein zusätzlicher Oberputz aufgetragen, um optische und schützende Eigenschaften zu gewährleisten.
Das Einbetten von Gewebe in den Armierungsputz hat mehrere Vorteile:
In den meisten Fällen kommt alkalibeständiges Glasfasergewebe zum Einsatz, da es hohe Zugkräfte aufnehmen kann und witterungsbeständig ist. Die Maschenweite liegt in der Regel zwischen 4 mm und 7 mm, je nach Anwendungsbereich.
Armierungsputz ist eine spezielle From des Putzes und spielt bei der Fassadengestaltung und -sanierung eine tragende Rolle. Er sorgt für eine rissfreie, langlebige Oberfläche und verbessert die Stabilität des gesamten Putzsystems. Der richtige Aufbau – beginnend mit Armierungsmörtel und Gewebe bis hin zur abschließenden Armierungsputzschicht – garantiert eine dauerhaft belastbare und optisch ansprechende Fassade.